Fachbereich Allergologie Die Fachabteilung für Allergologie am Fachkrankenhaus Kloster Grafschaft setzt seit 1982 Maßstäbe.

Als eine von wenigen Kliniken in Deutschland decken wir das gesamte Fachgebiet der Allergologie ab. Jährlich behandeln wir ambulant und stationär ca. 3.500 Patienten.

Jeder Patient steht bei uns im Mittelpunkt. Deshalb  legen wir die diagnostischen Maßnahmen unter Berücksichtigung eines jeden Einzelfalles fest. Häufig ist zunächst eine symptomatische Therapie zur Linderung der Beschwerden erforderlich. Insbesondere bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten, die immer häufiger auftreten, bringen Haut- und Bluttests oft kein verwertbares Ergebnis. 

Entscheidend für einen Erfolg  in der Diagnostik sind in diesem Falle verschiedene Diätmaßnahmen und das gezielte Zuführen der verdächtigen Nahrungsmittel, Zusatzstoffe oder anderer Allergene. Insbesondere die Diagnostik von Nahrungsmittelunverträglichkeiten und -allergien ist in den letzten Jahren ein Schwerpunkt unserer allergologischen Abteilung geworden. 

Allergenkalender

Was blüht und fliegt wann? Eine Übersicht über Pollen- und Sporenflug, Insekten, Milben und kreuzreagierende Nahrungsmittel erhalten Sie in unserem Allergenkalender.

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Die allergologische Abteilung unseres Fachkrankenhauses bietet neben der Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie) die Möglichkeit zur Diätberatung und eine Kontaktvermittlung zum Deutschen Allergie- und Asthmabund sowie zu Ernährungswissenschaftlern, die mit der Betreuung von Nahrungsmittelallergikern vertraut sind.

Bei der Entlassung aus dem Krankenhaus geben wir dem Patienten individuell zusammengestelltes Informationsmaterial an die Hand. Eine gute und enge Zusammenarbeit mit dem einweisenden Arzt oder Hausarzt ist für uns selbstverständlich.

Hauterkrankungen

  • Neurodermitis, Ekzeme
  • Allergische Exantheme
  • Urticaria (Nesselsucht)
  • Quincke-Oedem
  • Kontaktallergien

Magen-Darm-Beschwerden

  • Chronische Bauchschmerzen, Durchfälle 
  • Reizdarmsyndrom

Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Ein Schwerpunkt unserer allergologischen Abteilung ist die Diagnostik und Therapie von Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Etwa 60% unserer jährlich ca. 1200 stationärer Allergiepatienten leidet unter solchen Unverträglichkeiten.

Klinische Bilder sind meistens Enteropathien, d.h. Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfälle, es können aber auch bei Verstopfungen oder wiederkehrender Übelkeit Nahrungsmittel eine (versteckte) Rolle spielen.
Andere Krankheiten, bei denen oft zunächst gar nicht an eine Nahrungsmittelproblematik gedacht wird, sind:

  • Hauterkrankungen wie Neurodermitis (50% der Patienten haben eine verborgene Nahrungsmittelunverträglichkeit),
  • Chronischer Juckreiz, 
  • Nesselbildung (sog. Urtikaria) oder 
  • Gesichtschwellungen (sog. Quincke-Ödeme oder Angioödeme).
  • Auch das Asthma bronchiale ist in einzelnen Fällen abhängig von der Nahrungsmitteleinnahme, ebenso Augen- und Nasenreizungen.

Immer wieder in öffentlichen Medien diskutiert werden auch Erkrankungen wie die Histaminintoleranz oder Unverträglichkeiten von Ergänzungsstoffen, die keine klassischen Allergien mit z.B. Antikörperbildungen sind, sondern über andere pathophysiologische Wege ablaufen. Das klinische Erscheinungsbild können Symptome des unwillkürlichen (vegetativen) Nervensystems wie Pulsbeschleunigungen sein. Auch plötzliche Schweißausbrüche und Hautrötungen (Flush), Blutdruckschwankungen und Kreislaufprobleme, Luftnot, Konzentrationsstörungen und Müdigkeitsattacken gehören dazu. Die Diagnostik umfasst zunächst eine ausführliche Anamnese zur Besprechung der Krankengeschichte. 

Danach werden einerseits Haut- und Blutuntersuchungen auf stattgehabten Kontakt (sog. Sensibilisierung) und Antikörpersuche durchgeführt, was zunächst auch ambulant möglich ist. Als nächster Schritt wird oft für ca. 2 Wochen eine allergenarme Diät zu Hause ausprobiert. Im Rahmen eines kurzen stationären Aufenthaltes werden sog. Provokationstests in vorsichtig dosierten, kleinen Schritten durchgeführt (z.B mit Zusatzstoffen oder Nahrungsmitteln). Dabei  wird versucht, Symptome hervorzurufen, um die Auslöser zu identifizieren. Eine stationäre Diagnostik ist meist erforderlich, um einerseits auch Spätreaktionen nach einigen Stunden nicht zu übersehen, andererseits aus Sicherheitsgründen für unsere Patienten, falls sie mit deutlichen systemischen Reaktionen reagieren würden. Dies ist zwar selten, wird aber auch in den Leitlinien der deutschen allergologischen Gesellschaft empfohlen, an deren Erstellung und Aktualisierung wir auch teils im Rahmen der wissenschaftlichen Forschung in Deutschland mitwirken.
Danach kann eine gezielte ernährungstherapeutische Beratung verordnet werden, die bei besonders geschulten Ernährungsberaterinnen oder Ökotrophologinnen in Heimatnähe durchgeführt wird und zumindest teils von der Krankenkassen getragen wird.

Hausmilben (Hausstaub- und Vorratsmilben)

Milben sind die wichtigsten Allergieauslöser in Innenräumen.
Sie kommen in allen Haushalten vor, sind aber kein Zeichen für Unsauberkeit.

Milben ernähren sich von Hautschuppen und anderem organischen Material. In Haushalten mit Tieren sind mehr Milben vorhanden. Sie bevorzugen Temperaturen um 25°C und mehr als 60% Luftfeuchtigkeit. Deshalb findet man sie bevorzugt in Matratzen, Kuscheltieren und stoffbezogenen Polstermöbeln. Von dort werden sie auch in Teppiche und Teppichböden verschleppt. Das eigentliche Allergen befindet sich in den Ausscheidungen der Milben, die austrocknen und eingeatmet werden. In der Heizperiode und morgens nach dem Aufwachen sind die Beschwerden meist am stärksten. Sogenannte Vorratsmilben kommen besonders im ländlichen Bereich auch im Hausstaub vor, ansonsten in Heu, Stroh, bevorrateten Lebensmitteln und Tierfutter.

Tipps zum Umgang mit einer Allergie gegen Hausmilben:

  • Füllung von Kopfkissen und Decke vier mal im Jahr bei 60°C waschen
  • Milbendichte Matratzenüberzüge (Encasing) anschaffen
    (die Kosten werden nach Verordnung von den meisten Krankenkassen erstattet)
  • Kuscheltiere 48 Stunden einfrieren, anschließend zumindest warm auswaschen
  • Keine Polstermöbel, dicke Teppiche oder Felle zumindest im Schlafzimmer nutzen (Ledersofas und -sessel sind milbenfrei)
  • Staubsauger mit Allergenfilter (HEPA) nutzen
  • häufig feucht Staub wischen
  • ggfs. spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung)

Mögliche Symptome: 

  • Ganzjahresschnupfen und häufige Nebenhöhlenentzündung
  • Juckreiz und Tränen der Augen
  • Atembeschwerden
    (allergisches Asthma bronchiale)
  • Hautreaktion mit Verschlechterung eines Ekzems

Allergen-Provokationstest

Die Diagnose einer allergischen Erkrankung wird durch einen Hauttest, eine Blutuntersuchung sowie Provokationstests mit Allergenen gestellt.

Ein Haut- und Bluttest allein beweist in vielen Fällen noch keine Allergie, sondern liefert Hinweise. Mit Hilfe eines Provokationstests können wir in vielen Fällen besser feststellen, ob eine Allergie oder Nahrungsmittelunverträglichkeit vorliegt, die für Ihre Beschwerden verantwortlich ist. Durch den Test versuchen wir, Ihre Beschwerden in abgeschwächter Form auszulösen. 

Wir unterscheiden zwischen folgenden Provokationstests:

  • Oraler Provokationstest (Schlucken einer Trinklösung, von Kapseln oder Lebensmitteln)
  • Nasaler Provokationstest (Einsprühen in die Nase)
  • Konjunktivaler Provokationstest (Augentropfen)
  • Bronchialer Provokationstest (Inhalieren)

Beim einem Medikamententest führen wir zunächst einen Hauttest durch. Danach erfolgt die Medikamentengabe in ansteigender Dosis als Schlucktest (Tabletten, Tropfen), Injektion unter die Haut (subcutan z. B. bei örtlichen Betäubungsmitteln) oder durch eine Injektion in die Vene.

Im Fachkrankenhaus Kloster Grafschaft führen wir Provokationstests bereits seit 1982 durch. Damit verfügen wir über eine große Erfahrung im Umgang mit Provokationstests. Wir wählen eine solch geringe Dosierung, dass nur gering bis mäßig ausgeprägte Symptome ausgelöst werden.

Um eine Voreingenommenheit gegenüber der Provokationstests zu vermeiden, werden Sie im Voraus nicht darüber informiert, welches Allergen an welchem Tag getestet wird. Wir führen zudem Tests mit allergenfreier Lösung, Tee oder Kapseln durch, um den Spontanverlauf Ihrer Erkrankung besser abschätzen zu können. Beide Maßnahmen dienen dazu, die Diagnose sicherer zu machen.


Weiterführende Links

Weitere Informationen zu vielen Themen rund um Allergien erhalten Sie unter folgenden Links:

Dr. med. Friedrich W. Riffelmann Chefarzt

Chefarzt

f.riffelmann@fkkg.de 

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Sekretariat
Fon: 02972 791-2601
Fax: 02972 791-2602

Dr. med. Markus Wenzel Chefarzt

Oberarzt

m.wenzel@fkkg.de 

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Fax: 02972 791-2602