Palliativmedizin

Grundlage unseres Handels ist das abendländische, christlich geprägte Menschenbild. Wir begegnen allen Menschen offen, unabhängig von ihrer Weltanschauung, Religion oder Herkunft. Der Patient in seiner letzten Lebensphase und seine Angehörigen stehen im Mittelpunkt unseres Handelns. Wir legen großen Wert auf gegenseitige Wertschätzung, Respekt, Toleranz und Zusammenhalt.

Unsere Behandlungsschwerpunkte

Gemäß der Ausrichtung des Fachkrankenhauses Kloster Grafschaft gehören zum palliativmedizinischen Behandlungsspektrum alle internistischen Tumorerkrankungen ohne und mit fachübergreifenden Komplikationen, aber auch alle Endzustände von Organschwächen bei fortgeschrittenen Nieren-, Leber-, Herz- und Lungenerkrankungen ungeachtet der auslösenden Grunderkrankung.

Die Palliativmedizin ist interdisziplinär sowie multiprofessionell ausgerichtet, berücksichtigt immer die psychosozialen Rahmenbedingungen des Patienten und integriert, wenn gewünscht, auch die spirituelle Begleitung.

Um die speziellen Bedürfnisse von Patienten zu verstehen, ist es erforderlich, Beziehungen aufzubauen. Dies umso mehr, als der Betroffene erkennt, dass seine Lebenserwartung begrenzt ist und seine Angst vor dem Sterben seine Bedürfnisse verändern kann. So geben wir Hilfestellungen in verschiedenen Bereichen menschlichen Daseins, woraus sich ein sehr individuell ausgerichtetes und patientenorientiertes Handeln ergibt.

Für Einweiser

Patienten zur Palliativversorgung können unter folgender Telefonnummer bei uns im Hause angemeldet werden:
02972 791-1151 (Aufnahmeabteilung) 

Für Patienten & Angehörige

Informationen zur Palliativversorgung erhalten Sie unter folgender Telefonnummer:
02972 791-3037 (Station 1)

Allgemeine Aufnahmekriterien

  1. Das Vorliegen einer fortgeschrittenen unheilbaren Erkrankung mit unzureichender Symptomkontrolle, z. B. Unruhe, Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Luftnot, Verwirrtheit und vieles mehr, die ambulant nicht beherrscht werden können. Der Patient muss über die palliative Situation aufgeklärt und mit der Aufnahme einverstanden sein.
  2. Eine unzureichende Versorgung zu Hause, durch Zusammenbruch oder Nichtvorhandensein eines versorgenden sozialen Netzwerks.
  3. Eine psychosoziale und seelische Krise eines Patienten, die durch ambulante Betreuung nicht überwunden werden kann.

Die Einweisung zur palliativen Versorgung können Haus- wie Fachärzte veranlassen. Auch die Verlegung aus anderen Krankenhäusern ist bei Vorliegen eines der erwähnten Aufnahmekriterien grundsätzlich möglich. 

Therapeutisches Spektrum

  1. Durchführung einer standardisierten Basisaufnahme über die aktuelle Versorgungssituation und die gesundheitliche Problematik des Betroffenen zu Beginn der Behandlung
  2. Ganzheitliche Pflege durch examiniertes und speziell in palliativer Pflege geschultes Personal, professionelle Wundversorgung zur positiven Beeinflussung des Körperbildes
  3. Symptomkontrolle durch Medikamente und psychosoziale Unterstützung, Anlage von verschiedenen Drainagen zur Entlastung (z.B. Ascites- und Pleuradrainagen)
  4. Luftnotlindernde Therapie 
  5. Schmerztherapie 
  6. Anlage von Ernährungs- und Ablaufsonden
  7. Physiotherapie, krankengymnastische Mobilisation, Massagen, Lymphdrainagen, spezielle Sekretmobilisation
  8. Palliative Chemotherapie zur Beschwerdenlinderung
  9. Inhalationstherapie
  10. Ernährungsberatung
  11. Logopädie mit Sprech- und Schluckübungen
  12. Psychotherapeutische Beratung und Betreuung für Patienten und Angehörige
  13. Betreuung Angehöriger auch nach dem Tod des Patienten (wenn gewünscht)

Unsere Zielsetzung

Ziel und Hauptaufgabe der palliativmedizinischen und palliativpflegerischen Versorgung ist die bestmögliche Behandlung internistischer und neuro-psychiatrischer Symptome (Unruhe, Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Luftnot, Verwirrtheit und vieles mehr). Durch regelmäßige Visiten werden in Teamgesprächen die Behandlungsziele oft in kurzen Abständen nach Erfordernis, Wunsch und Willen des Patienten und seiner Angehörigen neu definiert und über alles andere gestellt.

  1. Linderung krankheitsbedingter Beschwerden wie Schmerzen, Atemnot, Schwächegefühl, Übelkeit, Verdauungsstörungen, Verwirrtheit, Schwindel, Ernährungsstörungen
  2. Individuelle Pflege unter Berücksichtigung der Bedürfnisse und Wünsche des Patienten
  3. Einbeziehung der Angehörigen in die Pflege und Betreuung des Patienten
  4. Zuwendung und gezielte Hilfe für den Patienten und seine Angehörigen
  5. Vermittlung von Hilfen zur Sicherstellung der häuslichen Behandlung und Pflege durch eine eigene Pflegeüberleitungskraft
  6. Enge Kooperation mit ambulanten Pflegediensten, die für die spezielle ambulante Palliativpflege weitergebildet und zugelassen sind
  7. Organisation einer Unterbringung in Pflegeheim oder Hospiz
  8. Verbesserung der Lebensqualität und nach Möglichkeit Entlassung in den gewohnten Lebensbereich
  9. Medikamentöse, pflegerische, psychosoziale sowie spirituelle Begleitung Sterbender 

Ziel und Hauptaufgabe der palliativmedizinischen und palliativpflegerischen Versorgung ist die bestmögliche Behandlung internistischer und neuro-psychiatrischer Symptome (Unruhe, Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Luftnot, Verwirrtheit und vieles mehr). Durch regelmäßige Visiten sowie in Teamgesprächen werden die Behandlungsziele oft in kurzen Abständen nach Erfordernis, Wunsch und Willen des Patienten und seiner Angehörigen neu definiert und über alles andere gestellt.

Ziel der palliativen Versorgung ist immer, den Patienten mit allen erforderlichen Hilfen und zusätzlicher ambulanter spezialisierter Pflege möglichst bald in seinen häuslichen Bereich zu entlassen, damit er trotz der schweren Erkrankung möglichst lange ohne Krankenhausaufenthalt symptomarm oder -frei bleibt und nach Möglichkeit und Wunsch auch friedlich im häuslichen Umfeld sterben kann.

In allen Fällen, wo dies nicht möglich ist, werden die Patienten im Hause versorgt und bis zum Tod umfassend multiprofessionell begleitet. Wenn das Bedürfnis besteht, unterstützen wir auch begleitende Angehörige.

 

Palliativmedizinische Komplexbehandlung

Die palliativmedizinische Behandlung beinhaltet kaum aufwändige Untersuchungen, um den Patienten in der verbleibenden Lebenszeit möglichst wenig zu belasten. Die Zielsetzung der palliativmedizinischen Behandlung ist das Erreichen einer bestmöglichen Lebensqualität unter Berücksichtigung der noch vorhandenen Ressourcen.

Sowohl im ärztlichen, als auch im pflegerischen, krankengymnastischen, ergotherapeutischen, ökumenisch seelsorgerischen als auch im psychischen Versorgungsbereich arbeiten langjährig erfahrene Spezialisten. Hinzu kommt ein erfahrener und ebenfalls bzgl. anfallender Problemstellungen geschulter, ambulanter und stationärer Besuchs- und Hospizdienst. So erreichen wir für die uns anvertrauten Patienten eine ganzheitliche Betreuung. Die Unterbringung erfolgt in freundlich gestalteten Ein- und Zweibettzimmern.

Geschichtliches zur Palliativmedizin

Die Palliativmedizin bezeichnet einen Bereich innerhalb der Medizin, und hier besonders der Inneren Medizin, bei dem Patienten an chronischen, nicht mehr heilbaren Krankheiten leiden, an deren Folgen sie in absehbarer Zeit versterben werden. Die Palliativmedizin hat aber nichts mit „Sterbemedizin“ zu tun, auch wenn sie sich natürlich intensiv mit Sterben und Tod auseinandersetzt. Der Begriff leitet sich aus dem lateinischen Wort „palliare“ ab, was so viel heißt wie „jemandem einen Mantel umlegen“. Damit gewährt man der Person Wärme und Schutz.

So stellt die palliative Fürsorge eine besondere Versorgungsmedizin dar, welche die Betroffenen lange vor dem Zeitpunkt betreuen kann, an dem der Gesundheitszustand sich lebensbedrohlich verschlechtert. Sie bietet menschliche Wärme bei Verzweiflung und Angst sowie Schutz vor körperlicher und seelischer Qual, und sie integriert auf Wunsch auch die Bedürfnisse der Angehörigen in das Versorgungskonzept.

Bedingt durch technische wie medizinische Fortschritte wurde die Lebenserwartung des Menschen in den letzten Jahrzehnten beträchtlich erhöht. Hierbei lag und liegt der Schwerpunkt auf Therapie, Heilung oder Linderung von Krankheiten. Bei unheilbaren Erkrankungen wurde der Patient oft aufgegeben und sich selbst überlassen. Die Erkenntnis, dass dieser Patientengruppe unbedingt im Sinne einer speziellen multiprofessionellen Versorgung Rechnung getragen werden muss, stammt aus England. Es war der Verdienst der Krankenschwester und Ärztin Dame Cicely Saunders, sich dieser Idee zu widmen, die schließlich in der Gründung des ersten Hospizes der Welt gipfelte: Dem St. Christopher’s Hospice in London im Jahre 1967. Für ihren Einsatz wurde Frau Saunders von der Queen in den Adelsstand erhoben.

Die erste Palliativstation der Welt wurde 8 Jahre später am Royal Victoria Hospital in Montreal/Kanada eröffnet. Erst 16 Jahre nach der Eröffnung des St. Christopher’s Hospice in London gelangte die Palliativmedizin sehr verspätet nach Deutschland, wo 1983 an der Universität Köln die erste Palliativstation des Landes eröffnet wurde. Schließlich wurde weitere 11 Jahre später die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin gegründet. Seither hat dieses medizinische Querschnittsfach in den letzten Jahren mit der Einsicht in die Wichtigkeit dieser Disziplin auch in Deutschland an Bedeutung gewonnen, sodass die Anzahl ambulanter, teilstationärer und stationärer Einrichtungen stetig gestiegen ist. Palliativstationen sind in der Regel eigene Stationen mit größtmöglicher organisatorischer Autonomie.

Dr. med. Peter Haidl

Chefarzt, Ärztlicher Direktor

p.haidl@fkkg.de 

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Sekretariat
Fon: 02972 791-2501
Fax: 02972 791-2526

Dr. med. Detlev Heyse

Oberarzt Schlafmedizin und außerklinische Beatmung, Palliativmediziner

d.heyse@fkkg.de 

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Dr. med. Renate Breuer

Stationsärztin Palliativmedizin, Palliativmedizinerin 

r.breuer@fkkg.de 

Fon: 02972 791-00